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Lingener Tagespost, 18.01.2008

Kritische Äußerung mit
dem Leben bezahhlt
/
August Perk aus Lohne starb
am 12. Mai 1945 an den Folgen
der Haft
Manche Bemerkungen führen
in den Tod. "Deutschland kann
den Krieg nicht gewinnen,
Russland ist zu groß", sagte
August Perk zu einer Nach-
barin in Nordhorn...

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Lingener Tagespost, 18.01.2008

Leidenschaftlicher Kriegs-
gegner
/
Remarque wirkte als Lehrer
in der Region
Lohne. Auf 33 Seiten hat Erich
Maria Remarque (1898 - 1970) in
dem 1931 erschienenen Roman
"Der Weg zurück" seine Zeit als
Junglehrer in Lohne autobio-
grahisch beschrieben...
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...leistete er weiter Widerstand gegen das NS-Regime.1944 wurde er ein zwei-
tes Mal verhaftet und kam in das KZ Neuengamme. "Monatelang hörte seine Fa-
milie nichts von ihm. Am Heiligabend 1944 brachten Polizisten seiner Frau eine
Urne mit der Asche ihres Mannes", berichtet Liesel Deymann von der Nordhorner
DKP. Kobitzki war der Ziehvater ihres verstorbenen Mannes Heinz Deymann.

Adolf Pazdera wurde ebenfalls mehrfach verhaftet wegen "staatsfeindlicher Aktivi-
täten", zuletzt 1944 beim Transport illegaler Schriften aus den Niederlanden. "Er ver-
brachte acht Jahre im Zuchthaus und wurde am 13. September 1944 im KZ Ausch-
witz ermordet", erinnert Pastor Wolfgang Schneider, der die Patenschaft über den
Gedenkstein Adolf Pazdera übernommen hat und auf dessen Initiative hin die Ak-
tion "Stolpersteine" auch nach Nordhorn kam.

Der Künstler Gunter Demnig hat inzwischen in 186 Städten in Deutschland mehr
als 9000 Stolpersteine vor allem für jüdische Opfer des Nationalsozialismus ver-
legt. Für die Organisation in Nordhorn sorgten das "Forum Juden / Christen" und
die Stadt.

.Von besonderer Wichtigkeit ist, dass die Steine finanziert werden durch "Paten-
schaften": Einzelpersonen oder auch Gruppen übernehmen die finanzielle und be-
treuende Verantwortung für den Stein. In Nordhorn haben sich so viele Paten gemel-
det, dass es notwendig wurde, einzelne Steine auf mehrere Sponsoren zu verteilen
(die GN berichteten). Gunter Demnig zeigte sich beeindruckt von der großen Unter-
stützung für seine Aktion. "Das gibt mir die Kraft weiterzumachen", sagt er.

Während der gestrigen Verlegung der Gedenksteine wurde bekannt, dass es
möglicherweise noch mehr Opfer des Nazi-Regimes gegeben hat, als bisher be-
kannt war. "Wir werden den Hinweisen nachgehen", versprach Gerd Naber vom
"Forum Juden / Christen". Er kündigte zudem einen "Stadtgang gegen das Ver-
gessen" am 9. November, dem Tag der Progromnacht 1938, in Nordhorn an.


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